Die umfangreiche Ausstellung „Beten. Backen. Bauen. Schätze aus Archiv und Bibliothek des Klosters Altomünster“ präsentiert vom 15. März bis 31. Mai 2026 im Museum Altomünster (St. Birgittenhof 6) in Altomünster eine Auswahl kostbarer Originale. Die aus dem Kloster erhaltenen Überlieferungen zum Alltagsleben des Birgittenordens sind in ihrer Dichte weltweit einmalig und reichen von liturgischen Büchern über Kirchenbau-Rechnungen bis hin zu Backrezepten aus der ehemaligen Klosterküche.
Zu sehen sind unter anderem die am Ende des 17. Jahrhunderts gedruckten Gebetbücher für das Tischgebet und ein grünes Holzkästchen, in dem diese am Eingang des Speisesaals des Klosters aufbewahrt wurden, sowie ein Antiphonar genanntes liturgisches Buch, das 1486 für eine Nonne im Nürnberger Klarissenkloster geschaffen wurde und später nach Altomünster gelangte. Die mittelalterliche Handschrift auf Pergament zeigt als Initiale den Anfangsbuchstaben „T“ und stellt die göttliche Dreifaltigkeit in Form des sogenannten Gnadenstuhls dar. Aus einer Sammlung loser Blätter aus der Klosterküche stammt ein Lebkuchenrezept aus dem 18. Jahrhundert. „Was man hergibt zu Löbzelten und Khräpfl“ ist dort im Original mit den entsprechenden Zutaten zu lesen. In einem um 1700 angelegten Totenbuch sind der Sterbetag, die Lebensdaten und kurze Würdigungen der verstorbenen Schwestern und Mönche aufgeführt, wobei die Eintragungen bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.
Die von Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising konservatorisch behandelten, nach modernen Standards verzeichneten sowie in ihren historischen Teilen digitalisierten und online gestellten Dokumente des Klosters Altomünster gewähren Einblicke in die Frömmigkeit und den Alltag der in strenger Klausur lebenden Ordensfrauen sowie der bis 1803 in diesem Doppelkloster unter der Leitung der Äbtissin lebenden Ordensmänner. Die Online-Verzeichnisse und Digitalisate stehen nun erstmals der wissenschaftlichen Forschung und der Allgemeinheit zur Verfügung. Das 1496/97 in Altomünster gegründete Birgittenkloster, lange das einzige seiner Art in Deutschland, wurde 2016 wegen Nachwuchsmangels durch den Heiligen Stuhl aufgehoben. 2017 ging die Verantwortung für die Klosteranlage und die Kulturgüter an die Erzdiözese München und Freising über. Der 2017 übernommene Buchbestand der Klosterbibliothek umfasst über 4.600 Werke, davon rund 650 Handschriften und Drucke aus der Zeit vor 1803, sowie 370 jüngere Handschriften. Er wurde durch die Diözesanbibliothek vollständig in einem Online-Katalog erfasst. Zum Bestand des Klosterarchivs gehören aktuell rund 520 Verzeichnungseinheiten vom späten Mittelalter bis 2011.