Himmelslicht und Nachtalb – Ausstellung von Bernd Schwarting

Aus der Werkreihe „Himmelslicht und Nachtalb II“, 200x150 cm, 2020, Öl auf Leinwand – Ausschnitt Aus der Werkreihe „Himmelslicht und Nachtalb II“, 200x150 cm, 2020, Öl auf Leinwand – Ausschnitt Bernd Schwarting

17.05. bis 04.10.2020: In der Sonderausstellung wird die neue Werkreihe „Himmelslicht und Nachtalb“ des zeitgenössischen Malers Bernd Schwarting vorgestellt: groß- und kleinformatige Gemälde, übermalte Kaltnadelradierungen und Malerei auf Papier.

Weitere Informationen

  • Ausstellungsdauer

    17.05. bis 04.10.2020

  • Öffnungszeiten

    • Samstag: 13 bis 16 Uhr
      Sonntag: 13 bis 17 Uhr
      Im August nur Sonntags geöffnet.

  • Eintritt

    • Pro Person: 2,50 Euro
      Kinder bis 14 Jahre frei
      Gruppen ab 10 Personen:
      2,00 Euro pro Person

  • Ort

    • Museum Altomünster
      St. Birgittenhof 6
      85250 Altomünster

  • Extended Classes grid-full aktuell

Medien

Der Künstler Bernd Schwarting

Bernd Schwarting im Atelier
Bernd Schwarting im Atelier

1964 ist Bernd Schwarting in Stade, Niedersachsen geboren. Nach dem Abitur ging Schwarting zunächst 300 km südlich nach Göttingen, um dort zwei Jahre lang seinen Zivildienst abzuleisten. In dieser Zeit kümmerte er sich auch um einen Studienplatz für Bildende Kunst und Musik, den er dann in Oldenburg an der Carl-von-Ossietzky-Universität erhielt. Parallel studierte er an der Universität Trier Diplom-Psychologie, vor allem der spannenden Frage folgend, in welchem dialektischen Verhältnis Mensch und Bild zueinander stehen.

Seinen Lebensunterhalt während des Studiums verdiente er selbst. Bernd Schwarting arbeitete als selbständiger Fotograf, unter anderem für das Oldenburger Staatstheater, der Universität Oldenburg sowie für eine Bremer Architektengruppe. Er schreibt einige Bühnenstücke in dieser Zeit und darf „Bertie“ mit einer Handvoll Schauspieler in der Oldenburger Kulturetage selber inszenieren und zur Aufführung bringen. Diese Zeit war sehr wertvoll für seine persönliche Orientierung. 1993 zog es ihn dann nach Dresden, um dort das Studium der Malerei und Grafik an der renommierten Hochschule für Bildende Künste auf den Brühlschen Terrassen aufzunehmen. Um den eigenen Stil originär weiter entwickeln zu können, bedurfte es allerdings einen Meister, von dem er viel lernen konnte. Diesen fand er ab 1995 in Professor Walter Stöhrer an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Bernd  Schwarting wurde im Anschluss an das 6-semestrige Hauptstudium zum Meisterschüler ernannt, und der expressive Maler Walter Stöhrer – das enfant terrible der Kunstszene – wurde mehr als nur sein Meister, er wurde zum Freund.

Bernd Schwarting erhielt 1999 den 1. Preis des Max-Ernst-Stipendiums in Brühl. Dieser weithin bekannte und geschätzte Kunstpreis machte ihm Mut, den Weg unverdrossen weiter zu gehen als freier, selbständiger Künstler mit eigenem Atelier in Berlin. Es folgten weitere, auch internationale  Kunstpreise wie etwa den Preis der Accademia de la Belas Artes, Lissabon und im Jahr 2000 das Karl-Hofer-Stipendium in Berlin. In diesem Jahr starb sein 61-jähriger Freund und Förderer Walter Stöhrer. Der Tod Walter Stöhrers hinterließ ein tiefes Loch im Leben des jungen Künstlers. Eine ganze Werkreihe hat er seinem Freund und Meister gewidmet (2001 – Einzelausstellung in der Kunsthalle Osnabrück („Kahleby“). Mit kraftvoll übermalten Kaltnadelradierungen hat Bernd Schwarting dem Verlust des Freundes Ausdruck verliehen.

2001 bis 2003 hatte Bernd Schwarting die Möglichkeit, als Artist in Residence zu arbeiten (2001 Edmund-Siemers-Stiftung Hamburg, 2002 Atelieraufenthalt im Handwerksmuseum Ovelgönne, 2003 Museum voor Beeldende Kunst Enschede, Niederlande). 2004 erhielt er den Franz-Josef-Spiegler-Preis, Schloss Mochental. In der Galerie Schloss Mochental konnte er dann 2005 als Artist in Residence arbeiten.

Die Geburt seiner Tochter Antonia-Clara im Jahr 2005 brachte eine immer schon da gewesene, aber jetzt stärker werdende Komponente in den Werken des Künstlers hervor: Das Transzendente, Luzide, Mystische in der Malerei, eingebettet in tiefe, faszinierende Bildräume voller Verweise an die Malerei der vergangenen Jahrhunderte.  

Die Bilder werden von nun an farbenfroher. Kräftige Kontraste, voluminös aufgetragene, sich überlappende Farbschichten, organische Formen, Vegetabiles, Fruchtartiges, Wässriges bestimmen seine Kunst. Die Bilder wachsen wie Früchte, Blüten; Zellwachstum aus sich selbst heraus. Und immer kontrastierend mit dabei das skripturale Element der Kohlezeichnung.

Aus der Werkreihe „Himmelslicht und Nachtalb III-Koschka“, 150x200 cm, 2020, Öl auf Leinwand
Aus der Werkreihe „Himmelslicht und Nachtalb III-Koschka“, 150x200 cm, 2020, Öl auf Leinwand

Tunnelartige Elemente entstehen, die in fremdartige Bildräume führen, rätselhafte Landschaften, auf mehreren Ebenen gleichzeitig, miteinander diffizil kompositorisch verwoben. Sie gewähren einen Blick dahinter, auch manchmal ins Dunkel, immer aber noch versehen mit einem Ausweg, irgendwo da hinten am ersehnten Horizont. Schleierwesen, diffuse Lichtgestalten, schwarze Vögel und Fische, sie alle bewegen sich in diesen Schwarting‘schen Bildräumen. Erinnertes, Erlebtes, Ersehntes und Imaginiertes fließt scheinbar mühelos aus den Händen des Künstlers in seine Bilder im großen und kleinen Format. Eine originäre, ganz eigene malerische Handschrift formiert sich, Schwartings Malerei entwickelt eine unübersehbare Wiedererkennbarkeit unter den Positionen der malerischen Avantgarde.

2006 erhielt der Ausnahmekünstler eine Gastprofessur für Malerei an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Bernd Schwarting lebt und arbeitet zurzeit in Berlin. Er stellt in wichtigen Museen und Galerien in Europa, den USA und Asien aus, ist mit seinen Werken auf internationalen Kunstmessen zu Gast und in bedeutenden Sammlungen zeitgenössischer Kunst vertreten. Die Kunsthalle in Emden, ein Juwel in der bundesdeutschen Museumslandschaft, das Osnabrücker Kunstmuseum, die Marburger Kunsthalle, das Bremer Museum Weserburg sowie das  Museum Moderner Kunst in Passau, Stiftung Wöhrlen, richteten Schwarting bereits umfangreiche Einzelausstellungen seiner Bilder aus.

Katalog zur Ausstellung

Katalog zur Ausstellung Himmelslicht und Nachtalb
Katalog zur Ausstellung Himmelslicht und Nachtalb

Zur Ausstellung wurde ein umfangreicher Katalog mit 136 Seiten erarbeitet. Neben einleitenden Texten zum Künstler und zu seiner Werkreihe enthält dieser alle Bilder der Ausstellung. Die neue Werkreihe ist komplett dargestellt. Schirmherr der Ausstellung ist Landrat Stefan Löwl. Kuratorin ist Susanne Allers. Der Katalog ist im Museum für 10 Euro erhältlich.

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